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Zürcher Umweltpraxis Nr. 95: Der Natur etwas zurückgeben

2019-12-04 08:32:01
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Quelle: Kanton Zürich

In der neusten Ausgabe der Zürcher Umweltpraxis (ZUP) werden mehrere kantonale Projekte vorgestellt, die zum Ziel haben, Schäden aus der Vergangenheit zu beheben, wie der Kanton Zürich schildert.

So zum Beispiel das Projekt «Wiederherstellung von Landschaftsverbindungen»: Mit dem Bau von Verkehrswegen wurden vielerorts zusammenhängende Lebensräume voneinander getrennt. Nun sollen sie wieder zusammengeführt werden.

Dabei können auch einfache Massnahmen dazu beitragen, dass Wildtiere die Verkehrswege besser überwinden können. So hilft in Horgen seit letztem Jahr eine Lauffläche entlang des Meilibachs Amphibien und anderen Kleintieren, die Seestrasse und die Bahnlinie sicher zu unterqueren.

Neu erscheint in der ZUP auch eine Kolumne von Regierungsrat Martin Neukom. In dieser Ausgabe dreht sie sich um die Natur-Initiative.Landschaftsverbindungen sollen zerschnittene Lebensräume wieder zusammenführen.

Zu diesem Zweck plant und baut das Tiefbauamt verschiedene Massnahmen. Zum Beispiel auf der Forch, bei Wädenswil, Grüningen, Bubikon, Wangen-Brüttisellen sowie Nänikon.

Durch das Wiederherstellen von Landschaftsverbindungen sollen zerschnittene Lebensräume für Wildtiere wieder durchgängiger werden. Für Christoph Abegg, Projektleiter Umwelt beim kantonalen Tiefbauamt, sei dabei jede umgesetzte Massnahme eine kleine Erfolgsgeschichte, wie er im Interview erzählt.

Im Kataster der belasteten Standorte (KbS) des Kantons Zürich waren Seen bislang nicht berücksichtigt. Durch Untersuchungen des Seegrunds von Zürich-, Greifen- und Pfäffikersee konnte diese Lücke nun geschlossen werden.

Neben fünf bereits bekannten Standorten wurden fünf weitere in den Kataster aufgenommen.Wasser gestaltet Erholungsräume mit und verbessert das Mikroklima. Dies funktioniert auch mit gesammeltem Regenwasser.

Wo Regenwasser nicht im Boden versickern kann, könne es dazu zurückgehalten werden. Dies bietet auch Chancen für die Lebensqualität im verdichteten Raum.

Geschiebe – Sedimente, die nahe der Sohle transportiert werden – erfüllt in Fliessgewässern wichtige Funktionen für die Natur, den Hochwasserschutz und den Grundwasserhaushalt. In vielen Fliessgewässern sei der Geschiebehaushalt allerdings beeinträchtigt.

Ein neues Merkblatt zeigt mögliche Massnahmen. Gebietsfremde Tiere und Pflanzen, sogenannte Neobiota, können Mensch, Tiere, die biologische Vielfalt, Infrastrukturanlagen und die Umwelt erheblich schädigen, wenn sie sich stark ausbreiten.

Mit einem Pilotprojekt habe der Kanton eine neue Methode getestet, deren Verbreitung in Gewässern zu verhindern – mit Erfolg. Bestäuber und Nützlinge wie Wildbienen oder Marienkäfer seien für die Landwirtschaft wichtig.

In den landwirtschaftlichen Kulturen finden sie aber nur zeitweise genügend Nahrung, denn diese blühen nicht das ganze Jahr hindurch. Daher seien sie auf eine hohe Vielfalt verschiedener blütenreicher Lebensräume angewiesen.

Was tun, wenn ein Sturm im Wald grosse Schäden angerichtet hat? Der Kanton habe einen interaktiven Vorgehensplan entwickelt, das «Waldschadenhandbuch 4.0». Es führt Punkt für Punkt durch die konkreten Schritte.

So werden Schäden effizient bewältigt und nichts Wichtiges geht vergessen.Prächtige Feuerwerke zum 1. August, Silvester oder anderen Anlässen erhellen nicht nur den Nachthimmel, sie knallen auch ordentlich. Die Lärmbelastung sei dabei kurzzeitig sehr intensiv.

Neben der Belastung durch den physikalischen Schall muss dabei auch die Lästigkeit berücksichtigt werden. Forschungen zeigen: Schülerinnen und Schüler entwickeln durch gute Unterrichtsstunden unter freiem Himmel Umweltbewusstsein, Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung.

Sie lernen draussen auch allgemein besser – selbst Sprachen und Mathematik. Solche Stunden müssen aber durchdacht sein.Wie wir leben beeinflusst unsere persönliche Umweltbelastung – das gilt auch fürs Wohnen.

Wichtige Faktoren seien Wohnort, Qualität der Gebäudehülle und Heizung, energieeffiziente Haushaltsgeräte sowie das Nutzungsverhalten.Bauteilbörsen retten gebrauchte Türen, Lavabos und andere Gegenstände sowie historische Bauteile vor der Entsorgung und bieten sie Interessierten zum Kauf an. Das schont die Ressourcen.Die «Zürcher Umweltpraxis» (ZUP) sei das Informationsbulletin aller in den Umweltschutz involvierten Ämter und Fachstellen des Kantons Zürich.

Mit aktuellen Informationen im Umweltbereich sowie verschiedenen Tipps aus der Praxis bildet die ZUP eine wichtige Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen. Die ZUP erscheint drei- bis viermal im Jahr und richtet sich an Behörden der Zürcher Gemeinden, Planungsbüros, Medien sowie an alle im Umweltbereich tätigen und an Umweltthemen interessierten Personen und Organisationen.

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