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Weniger, aber vermehrt späte Scheidungen

Weniger, aber vermehrt späte Scheidungen
Weniger, aber vermehrt späte Scheidungen (Bild: Kanton Zürich)

2019-10-16 17:32:22
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Quelle: Kanton Zürich

Die Zahl der Ehescheidungen ist leicht rückläufig, wie der Kanton Zürich ausführt.

Im Vergleich zu früher werden weniger Ehen früh geschieden, dafür lassen sich immer mehr gestandene Ehepaare scheiden. Eine aktuelle Studie des Statistischen Amts zeigt, wie sich das Scheidungsverhalten im Kanton Zürich in den letzten Jahren verändert hat.

Ebenso ein Thema in der Studie: Das Auflösen eingetragener Partnerschaften.2018 endeten im Kanton Zürich rund 3000 Ehen mit einer Scheidung. Deren Zahl sei seit 2011 leicht rückläufig, nachdem sie vorher während vier Jahrzehnten laufend gewachsen war.

Dies nicht zuletzt, weil etwas weniger geheiratet wird, da nichteheliche Lebensgemeinschaften heute verbreiteter seien als früher. Geht man davon aus, dass das gegenwärtige Scheidungsverhalten anhält, werden künftig etwa zwei von fünf Ehen in die Brüche gehen – und nicht mehr jede zweite wie noch vor einem Jahrzehnt.Am grössten sei das Risiko einer Scheidung zu Beginn der Ehe: Es erreicht gegenwärtig einen Höhepunkt nach sechs bis sieben Jahren, am sprichwörtlichen «verflixten siebten Jahr» sei also tatsächlich etwas dran.

Die Scheidungshäufigkeit in den ersten Ehejahren habe sich gegenüber den 1990er-Jahren aber verringert. Leicht angestiegen sei das Scheidungsrisiko hingegen bei den Ehen von über 20 Jahren Dauer.

Eheleute trauen sich heutzutage eher, sich nach einer langen gemeinsamen Zeit scheiden zu lassen. Möglicherweise habe das damit zu tun, dass die finanzielle Unabhängigkeit der Ehepartner wie auch die Ansprüche an die Qualität der Partnerschaft im Vergleich zu früher gestiegen sind.Von der Scheidung eines Ehepaares seien auch die gemeinsamen Kinder betroffen, besonders, wenn sie noch klein sind.

2018 waren rund 2200 Kinder unter 18 Jahren mit der Scheidung ihrer Eltern konfrontiert. Der Anteil der geschiedenen Ehepaare mit unmündigen Kindern habe sich in den letzten Jahrzehnten verringert.

Mitte der 1980er-Jahre lag er noch bei 60 Prozent und sei seither auf 45 Prozent gesunken. Dazu beigetragen hat, dass immer mehr Ehepaare gar keine Kinder haben und dass Paare heute möglicherweise vermehrt mit der Scheidung zuwarten, bis die Kinder ausgeflogen sind.

2018 haben 73 gleichgeschlechtliche Paare ihre eingetragene Partnerschaft durch richterlichen Beschluss auflösen lassen. Hier zeigt der Trend nach oben, da seit Inkrafttreten des Partnerschaftsgesetzes 2007 Jahr für Jahr mehr Personen in eingetragener Partnerschaft leben.

Etwa drei Viertel der aufgelösten Partnerschaften betreffen männliche, der Rest weibliche Paare. Daraus zu schliessen, dass Männerpaare ein höheres Auflösungsrisiko haben, wäre aber falsch, denn es lassen auch etwa dreimal so viele männliche Paare ihre Partnerschaft eintragen wie weibliche.Datengrundlage sei die Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BEVNAT) des Bundesamts für Statistik (BFS).

Diese liefert unter anderem Informationen zu den Heiraten und den Scheidungen, seit 2007 auch zu den eingetragenen und aufgelösten Partnerschaften. Die Studie des Statistischen Amts beschränkt sich auf Paare mit ständigem Wohnsitz im Kanton Zürich..

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