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Luftbelastung 2018: Bilanz durchzogen

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    Luftbelastung 2018: Bilanz durchzogen (Bild: Kanton Zürich)
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    Luftbelastung 2018: Bilanz durchzogen (Bild: Kanton Zürich)
2019-05-22 07:32:01
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Quelle: Kanton Zürich

Der Grenzwert für die kleinsten Feinstaub-Partikel wurde 2018 an allen Messstellen im Kanton Zürich überschritten, wie der Kanton Zürich schildert.

Dieser Grenzwert wurde neu eingeführt, weil die Feinstaubpartikel von weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser besonders gesundheitsschädlich sind. Die letztjährigen Luftqualitätsmessungen von OSTLUFT zeigen aber auch einen Abwärtstrend bei der Stickoxidbelastung.

Die verschärften Abgasvorschriften zeigen Wirkung.Im vergangenen Jahr wurde in der Schweiz neu ein Jahresmittel-Grenzwert für besonders kleine Feinstaubpartikel von weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser eingeführt (so genannter «PM2.5»). Der PM2.5-Anteil des Feinstaubs sei besonders gesundheitsschädlich, denn je feiner die Partikel, desto tiefer dringen sie in die Lungen ein.

Die kleinsten Partikel gelangen sogar bis in die Blutbahn. Darauf versucht das Immunsystem die Eindringlinge abzustossen.

Das verursacht Reizungen und chronische Entzündungen der Atemwege und verstärkt Asthma. Schädlich seien die Kleinstpartikel auch für das Herz-Kreislaufsystem – und sie erhöhen das Risiko von Herzinfarkt und Hirnschlag.

Auch sehr feine Russpartikel aus Verbrennungsprozessen, hauptsächlich aus Holzfeuerungen und dem Strassenverkehr, gehören zu PM2.5. Sie gelten als krebserregend.Wie der eben erschienene Jahresbericht 2018 von OSTLUFT (siehe unten) zeigt, wurde 2018 der Grenzwert von 10 Mikrogramm PM2.5 pro Kubikmeter Luft an allen Messstationen im Kanton Zürich überschritten. Die höchste Belastung mit 13 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde an den verkehrsreichen, zentral gelegenen Stationen in der Stadt Zürich gemessen – an der Schimmelstrasse in Wiedikon und der Rosengartenstrasse in Wipkingen.

An anderen Messorten wie dem Zentrum von Schlieren lagen die Werte bei 11 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. «Dies sei für eine ausreichend gesunde Luft im Kanton Zürich noch nicht gut genug», meint Jörg Sintermann von der Abteilung Luft des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft, welche für die Luftreinhaltung im Kanton Zürich zuständig ist.Schon seit Jahren arbeiten die Behörden bei Bund und Kantonen daran, die Feinstaubbelastung zu senken.

Der Ausstoss krebserregender Russpartikel aus den vielen kleinen Holzfeuerungen wie etwa Schwedenöfen lasse sich durch den sachgemässen Betrieb und die Erneuerung alter Öfen deutlich verringern. Die Behörden beraten und führen Kontrollen durch, um Probleme aufzuzeigen und gemeinsam mit den Betreibern eine Lösung zu finden.

Die Ausrüstung von grossen Holzfeuerungen mit Elektrofiltern, die Partikelfilterpflicht für Autos und der Verzicht auf das Verbrennen von Grüngut im Freien seien weitere zentrale Massnahmen zur Verringerung der Luftbelastung mit Russ und PM2.5. Nur die konsequente Umsetzung dieser Massnahmen könne die Feinstaubbelastung weiter senken.Einen positiven Effekt haben ganz offensichtlich die verschärften Abgasvorschriften für Motorfahrzeuge, im Speziellen für Dieselfahrzeuge. So habe der Anteil Russ im Feinstaub abgenommen, der unter anderem von Dieselfahrzeugen ausgestossen wird.

Dies sei auf den zunehmenden Anteil an Fahrzeugen mit modernen Partikelfiltern zurückzuführen. Augenfällig sei die Abnahme der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid, einem weiteren Luftschadstoff.

Auch für den Ausstoss von Stickoxiden sei zu einem guten Teil der Autoverkehr verantwortlich. Und auch hier scheinen die gesetzlichen Vorgaben Früchte zu tragen und zu einer konsequenteren Anwendung besserer Abgasreinigungs-Technologien zu führen.

So habe ein Abwärtstrend in der Stickstoffdioxid-Belastung eingesetzt, nachdem diese noch vor wenigen Jahren so gut wie stagnierte. Dementsprechend wurde an der verkehrsreichen Stampfenbachstrasse in Zürich im Jahr 2018 erstmals seit Messbeginn 1991 der Jahresmittel-Grenzwert unterschritten.

 Im Jahr 2018 wurde in der Schweiz für Feinstaub PM2.5 ein neuer Grenzwert eingeführt: im Jahresmittel solle die Luftbelastung mit PM2.5 die Menge von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. Der Grenzwert richtet sich nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, welche auf der Gesamtbeurteilung des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes beruhen.

Als PM2.5 bezeichnet man Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 2.5 Mikrometern (PM = «particulate matter», bestimmt als Masse pro Kubikmeter Luft). PM2.5 sei Bestandteil von PM10 (Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern; für PM10 bestehen in der Schweiz seit langem Grenzwerte).

PM2.5 sei besonders gesundheitsrelevant, weil sich kleine Feinstaubpartikel, wie sie vor allem im PM2.5 vorkommen, stärker auf die Gesundheit auswirken als grössere Feinstaubpartikel. Vor allem der Strassenverkehr, die Landwirtschaft sowie Industrie und Gewerbe tragen zur Luftbelastung mit PM2.5 bei.

Zusätzlich führen die vielen kleinen, privaten Holzfeuerungen zu erhöhten Russ-Gehalten im Feinstaub PM2.5. Russ sei krebserregend und daher besonders gesundheitsschädlich..

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