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salz & pfeffer

bernerhof
restaurant
kreis 4
zeughausstr. 1
8004 zürich
043 317 17 27

wer hier essen will, muss früh reservieren. doch eigentlich stellt sich zunächst die frage, ob man sich das überhaupt antun möchte.

 


nur das auge wird verwöhnt
Bild: martinko

als berner bin besonders heikel, wenn etwas unter dem label meiner heimat angeboten wird. was ich bisher über den bernerhof gehört habe, liess mich voller zuversicht auf den abend blicken, was auch mein telefon zwecks reservation eines tisches bekräftige. ich ergatterte eben noch die letzten zwei plätze.

weiss gedeckt sind die tische und sie wirken ohne leute besonders feierlich. ohne leute trifft man das lokal um 18uhr30 an, da isst nämlich erst mal die crew, das sind junge leute, keine berner zwar, aber das ist auch nicht wahnsinnig wichtig. wir lassen also bei feierlicher stimmung und apéro die vorfreude wachsen. die crew hat noch gar nicht fertiggekaut und das lokal beginnt sich rasch zu füllen. wir können endlich - inzwischen bärenhungrig - unsere bestellung aufgeben. ich entscheide mich für die hausspezialität: hacktätschli mit kartoffelstock. meine begleiterin wählt nudeln mit crevetten.

da wir keine weisswein-trinker sind, würden wir gerne einen leichten roten kredenzen. ich entdecke einen schweizer rotwein (aus meiner erfahrung weiss ich, dass diese zur leichtern art gehören) und würde diesen eigentlich auch gerne bestellen, doch die serviererin winkt ab, den könne sie nicht empfehlen.

also hören wir auf sie und ordern einen anderen. erst nachdem wir sehr geschickt zu mineralwasser statt hahnenburger genötigt wurden, ist mir aufgefallen, dass der schweizer tropfen auch der günstigste auf der karte war.

doch das alles ist bloss vorgeplänkel, und eigentlich auch nicht tragisch. die keule kam erst mit dem essen. grundsätzlich zu salzig, mit zuviel cayennepfeffer gewürzt (mir brannten die lippen noch auf dem nachhauseweg)!
die hacktätschli waren trocken, krümelig und fielen auseinander. die crevetten schwamen in einem sud aus bouillon und aromat. gut waren der kartoffelstock, die steinpilzsauce (abgesehen vom salzgehalt, wie gesagt) und das gemüse. fairerweise will ich auch den wein erwähnen, die empfehlung können wir gelten lassen, doch weiss ich natürlich nicht wie der "billige" geschmeckt hätte.

würde man mir ein solches essen in einer kantine auftischen, würde ich gar nicht meckern - bis aufs salz natürlich. da zahle ich aber auch bloss rund 15 franken. setzt man den preis aber auf weit über das doppelte, so ist das schlicht und einfach abriss.

im gegensatz zu anderen empfehlungen kann ich von einem besuch dieses restaurant nur abraten. obwohl ich natürlich viel lieber den titel "am besten in zürich isst man in bern" gesetzt hätte.

martinko


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