Falscher Polizist

Polizei erwischt Telefonbetrüger bei der Geldübergabe

publiziert am 06.12.2017




Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstag (5.12.2017) in Uitikon Waldegg einen mutmasslichen Telefonbetrüger, welcher sich als falscher Polizist ausgegeben hatte, beim Abholen der Beute verhaftet.

Ein unbekannter Mann rief am Montagmorgen mehrmals bei einer 83-jährigen Rentnerin an und gab sich als Chef der Kriminalpolizei aus. Er sprach Hochdeutsch und erzählte der Dame, dass es unbekannte Täter auf ihr Vermögen abgesehen hätten.

Nachdem der vermeintliche Kripochef durch diverse weitere Anrufe das Vertrauen der Seniorin gewonnen hatte, fragte er sie über ihre Bankkonten und ihre Wertgegenstände aus, wie die Zürcher Kantonspolizei ausführt.

Als ihm die Rentnerin die nötigen Angaben gegeben hatte, behauptete er, dass ihre Vermögenswerte auf der Bank nicht mehr sicher seien, da vermutlich einige Bankangestellte mit den unbekannten Tätern zusammenarbeiten würden. Er bat sie, die Wertgegenstände zur Sicherung der Polizei zu übergeben, indem sie diese in einem Sack vor ihrer Haustüre deponiere.

Um die Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Kripochefs noch zu untermauern, erhielt die Rentnerin am nächsten Morgen zudem einen Anruf von einer unbekannten Frau, welche sich als Staatsanwältin ausgab und dessen Angaben bestätigte. Weil die Dame dem falschen Polizisten Glauben schenkte, begab sie sich noch am Montagnachmittag zu ihrer Bank, holte dort Wertgegenstände in der Höhe von etwa 200‘000 Franken und deponierte diese tags darauf vor ihrer Türe.

Davor nahm sie jedoch Kontakt mit ihrem Sohn auf, welcher den Vorfall der Kantonspolizei Zürich meldete. Diese leitete umgehend Massnahmen ein und konnte schliesslich am Dienstagmittag einen Mann verhaften, der eben die Beute an sich genommen hatte.

Beim Festgenommenen handelt es um einem 36-jährigen Türken, welcher in Deutschland wohnhaft ist. Nach Abschluss des polizeilichen Verfahrens werde er der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zugeführt.

Im Anschluss an die strafrechtliche Untersuchung werde er dem Migrationsamt Zürich übergeben, um fremdenpolizeiliche Massnahmen gegen ihn zu prüfen. Seit Beginn der Woche seien der Kantonspolizei Zürich erneut mehrere Telefonbetrugsfälle gemeldet worden, bei denen sich die Anrufer als Polizisten ausgeben und sich von technisch manipulierten Rufnummern melden, welche die Polizeirufnummer 117 enthalten.

Im Fachjargon werde dieses Vorgehen als Spoofing (Verschleierung, Vortäuschung) bezeichnet. pd

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