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10 Jahre «FemmesTische»
publiziert am 11.03.2010
Die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich, ein Standort von «FemmesTische» für Migrantinnen der ersten Stunde, feiert 2010 zusammen mit der Geschäftsstelle «FemmesTische» Schweiz das 10-jährige Jubiläum. Dieses schweizweit erfolgreiche Präventionsprogramm richtet sich an erziehende Frauen unterschiedlicher Kulturen.

Dieses Bild ist Bestandteil der Fotokartenserie "Ich gehöre dazu - Das schnelle Glück des Konsums" (Bild: Ursula Markus)
Die Suchtprävention steht ständig vor der Herausforderung, Zielgruppen adäquat mit Pro-grammen und Botschaften zu erreichen. Mit den traditionellen Bildungsangeboten ist gerade die Migrationsbevölkerung nur schwer zu erreichen.
Vor allem mangelnde Sprachkenntnisse und kulturelle Unterschiede bilden Barrieren, wie die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich mitteilt.
Umso stärker war die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich im Jahr 2000 überzeugt vom Konzept des Präventionsprogramms «FemmesTische» und stieg sofort in das von Radix und BAG initiierte Programm ein. Von Beginn weg konzentrierte sich die Suchtpräventionsstelle auf die Zielgruppe der Migrantin-nen.
Zusammen mit der Geschäftsstelle «FemmesTische» Schweiz feiert die Suchtpräventi-onsstelle nun das 10-jährige Jubiläum.
In der Stadt Zürich treffen sich erziehende Frauen unterschiedlicher Kulturen im privaten Rahmen, um sich in ihrer Muttersprache über Suchtprävention und Gesundheitsförderung, Erziehung und Rollenidentität auszutauschen.
Da stehen Themen wie Suchtprävention in der Familie, Aufwachsen in der Konsumgesellschaft, Lernen - ein Kinderspiel oder Zappen und Gamen im Fokus. «FemmesTische» mit Migrantinnen bringt Prävention zu den Frauen nach Hause und sei damit ein sehr niederschwelliges Programm.
Es funktioniert nach dem Schneeballprinzip. Im Zentrum stehen die Moderatorinnen.
«Sie sind die wichtigsten Akteurinnen im Programm, sprechen Deutsch, seien gut vernetzt in ihrem Kulturkreis und kennen Bedürfnisse und Bedingungen der Frauen ihres Herkunftslands», erläutert Standortleiterin Magie Scheuble deren Rolle.
Die Moderatorin sucht eine Gastgeberin, die wiederum vier bis acht Mütter ihrer eigenen Ethnie zu sich nach Hause einlädt. Das Gesprächsthema wird der Gruppe durch die Moderatorin anhand eines Filmes oder anderen Mediums präsentiert.
Dies sei der Einstieg für die Diskussion und den gegenseitigen Erfahrungsaustausch, in dem die Teilnehmerinnen eigene Lösungsansätze für aktuelle Situationen in ihrer Familie finden. Intensiver und persönlicher Austausch Zentral an «FemmesTische» mit Migrantinnen sei die Muttersprache.
Die «FemmesTische»-Moderatorin Maryam Said aus Somalia drückt dies treffend aus: «Die Muttersprache ist die Herzsprache.» Ohne sie sei es schwierig, über persönliche Dinge zu sprechen. Gestartet wurde das Programm in Zürich in acht Sprachen mit zwölf Moderatorinnen.
Heute gehören 19 Moderatorinnen mit zwölf Sprachen zum «FemmesTische»-Netzwerk der Suchtpräventi-onsstelle. Die Moderatorinnen werden nach der Einführung laufend in neuen Themen ge-schult und pflegen einen intensiven Austausch untereinander.
«Neue Themen werden zusammen mit den Moderatorinnen in einer intensiven Auseinandersetzung entwickelt, womit eine gemeinsame transkulturelle Basis geschaffen wird», beschreibt Magie Scheuble die Entstehungsgeschichte von «Ich gehöre dazu», einer Bildkartenserie für «FemmesTische»-Veranstaltungen, die letztes Jahr in Zürich zum Thema Konsum entwickelt wurde. Gemäss Andrea Fuchs von der Geschäftsstelle «FemmesTische» Schweiz sei das Programm in der Schweiz sehr erfolgreich: «Verteilt über 24 Standorte seien über 200 Moderatorinnen im Ein-satz und nehmen jedes Jahr mehr als 5000 Frauen, in der Mehrzahl Migrantinnen, an «FemmesTische»-Veranstaltungen teil.» Entwickelt und in einer Pilotphase vorgängig an mehreren Orten erprobt wurde «FemmesTische» vom Atelier für Kommunikation in Kleinlützel.
Die Suchtpräventionsstelle arbeitet auch an der Weiterentwicklung für das Programm. Angebote für Väter oder neue Kooperationen mit der Gemeinwesenarbeit, mit Wohnsiedlungen oder der Schulsozialarbeit stehen dabei im Fokus. (pd/rue)
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