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Kanton erhöht Beitrag für Villa Patumbah
publiziert am 11.03.2010

Die dringend nötige Instandstellung der Villa Patumbah in Zürich-Riesbach erfordert einen hohen finanziellen Aufwand. Seit 1999 wird um eine Lösung gerungen. Um den weiteren Zerfall der denkmalgeschützten Liegenschaft zu verhindern, hat der Regierungsratbeschlossen, den Kantonsbeitrag für die Instandstellung zu erhöhen.


Das eindringende Regenwasser hat die Tragkonstruktion der Balkone soweit geschädigt. (Bild: zvg)

Der bisher zugesicherte Subventionsbeitrag von 4,3 Millionen Franken wird auf 6,95 Millionen Franken aufgestockt.

Die Villa Patumbah ist in mancherlei Hinsicht ein aussergewöhnliches Bauwerk.

Das geht bis zum grossen Finanzbedarf, der nötig ist, um das prachtvolle aber bröckelnde Bauwerk zu sanieren, wie der Regierungsrat mitteilt.

Seit dem Beschluss des Zürcher Gemeinderates vom September 1999, die Liegenschaft an die Stiftung Patumbah zu verkaufen, wird um eine Lösung gerungen. Nun solle ein neues Finanzierungsmodell den Durchbruch bringen.

In Absprache mit der Bauherrschaft (Stiftung Patumbah) seien der Baudirektor des Kantons Zürich, Markus Kägi, und der Finanzvorstand der Stadt Zürich, Martin Vollenwyder, überein gekommen, eine zusätzliche Finanzierung durch die öffentliche Hand anzugehen.

So sei ein Finanzierungsmodell entstanden, das alle drei Partner gleichermassen beteiligt und den Weg zur Rettung der Villa ebnen soll: Die Stiftung Patumbah verpflichtet sich, die laufenden Kosten der sanierten Villa Patumbah (Unterhalt, Rückstellungen für Erneuerung, wiederkehrende Belastungen aus Anlagekosten und Finanzierung) aus ihren Erträgen selbst zu decken. Damit können künftige Betriebsbeiträge der öffentlichen Hand an die Stiftung ausgeschlossen werden.

Der Kanton erhöht seinen Denkmalpflegebeitrag von 4,3 Millionen Franken um 2,65 Millionen Franken auf total 6,95 Millionen Franken. Dies mit dem Vorbehalt, dass der Zürcher Gemeinderat auch das dritte, vom Stadtrat unterbreitete Element des neuen Finanzierungsmodell genehmigt.

Dieses sieht vor, dass die Stadt Zürich das bereits gewährte Darlehen von 3 Millionen Franken auf 3,5 Millionen Franken erhöht und beim Darlehen von 1,265 Millionen Franken, das sie für den Kauf der Villa ausgerichtet hat, auf die Verzinsung sowie auf die Amortisation verzichtet.


Seit knapp drei Jahren liegt das Instandstellungsprojekt «Matahari» vor, das als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen ist. Es wurde zwischenzeitlich mehrfach optimiert und redimensioniert.

Gleichzeitig sei heute klar, dass die Option, die Instandstellung nur in einer Minimalversion umzusetzen, nicht haltbar ist. Die Gebäudetechnik muss vollumfänglich erneuert werden und es seien die heute gültigen feuerpolizeilichen Anforderungen zu erfüllen.

Zudem habe sich der bauliche Zustand des Gebäudes durch die Verzögerung der Instandstellung exponentiell verschlechtert. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte sei im heutigen Zeitpunkt mit Anlagekosten für die Gesamtsanierung von rund 15,5 Millionen Franken zu rechnen.

Darin seien auch die bereits investierten Wettbewerbskosten, die zu erwartende Teuerung und Reserven mitberücksichtigt.

Mit dem bisherigen Finanzierungsmodell sowie den von Stiftungen und Gönnern zugesicherten Beträgen waren die erwarteten Kosten für die Gesamtsanierung von 15,5 Millionen Franken erst zu zwei Dritteln (10,5 Millionen Franken) gedeckt. Obschon die Baubewilligung für Sanierung, Umbau und Nutzungsänderung der Villa vorliegt, habe die Stiftung Patumbah als Bauherrschaft in dieser ungelösten Finanzierungssituation richtigerweise darauf verzichtet, auch nur teilweise mit dem Bauvorhaben zu beginnen. (pd/rue)

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