Service News
Werbung
|
sechseläuten
publiziert am ..
"züri brännt" jedes jahr schon vor dem ersten mai. eine etwas andere sicht auf die bürger-demo schlechthin.

edelmann vor der verbrennung. (Bild: pd)
schon am morgen des 19. april 04 lag etwas in der luft; und das war deutlich mehr als nur eine triste montagsstimmung. zuerst kam es mir nur komisch vor, als ich beim stadelhofen eine seltsame gestalt sah, die einer mischung aus wilhelm tell (bart, hut, feder) und höhlenmensch (fell und leder) glich. aber in myzuri.ch sind wir uns ja allerlei gewöhnt, besonders um den stadelhofen herum.
doch am abend kam es dick: von weitem war sie zu sehen, die schmutzig-gelbe rauchsäule, die sich irgendwo in der nähe vom opernhaus ihren weg in richtung himmel bahnte. stand es überhaupt noch, das opernhaus? das musste ich mich fragen, denn das volk drängte sich zu tausenden und scheinbar völlig orientierungslos in allen richtungen aneinander vorbei. schaulustige standen einem im weg. fürchterlicher lärm (marschmusik) dröhnte in meinen ohren. inmitten dieses tumults war natürlich an kein motorisiertes vorwärtskommen mehr zu denken. vom bellevue her trieben deshalb ein paar dutzend uniformierte hoch zu ross (zünfter) etwa zweihundert zivilisten (zünfter-fans) die rämistrasse hinauf, in richtung kunsthaus. würde das kunsthaus am nächsten tag noch stehen?
die tramfahrer mieden die gegend, in welcher offensichtlich ausnahmezustand herrschte. die sprecher der vbz-leitstelle versuchten in ihren betont gelassenen durchsagen die leute zu umwegen um die gegend zwischen bellevue und opernhaus zu dirigieren; vielleicht, um eine panik zu vermeiden?
einige polizisten waren zu fuss unterwegs, andere versuchten sich per auto möglichst nahe ans geschehen zu bringen, um sich aus ihrem sicheren fahrzeug hinaus in die unsichere menge zu ergiessen und daselbst für ordnung zu sorgen. würde ihnen das gelingen? mir persönlich wurde das alles zuviel, weshalb ich mich schnell in eine s-bahn setzte und das chaos hinter mir liess.
wie ich hörte, hatte es auch opfer gegeben. zum glück lieferte später die tagesschau dazu ein paar konkrete zahlen: dem zürcher sechseläuten-böög hatte es nach 11 minuten 42 sekunden den kopf abgesprengt. wie lange der kleine bündner nebenböög namens "hom strom" (der diesmal mit dabei war) für seine zerstörung brauchte, hat aber glaub niemanden so richtig interessiert. (salvie)
Schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Beitrag:
Es
hat bisher 1
kommentare zu diesem Beitrag.
30.04.2004 Le Baron Vox Schade ist der wahre Anlass dieses Tages nicht erwähnt. Nämlich, nachdem der Böög schon so zwei Stunden oder so Tod ist, strömen eine Menge "nicht-Zünftler-aber-dennoch-Zürcher" auf die Sächsilüütäwisä und holen sich aus dem Feuer Glut zwecks freidlichem "Proletebrötle". (Es werden Würste nicht Proleten gebrötelt)
|
|