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tramstation
publiziert am ..

tramspotters aufgepasst: wenn euch noch einträge vom 2er, 3er, 9er und 14er fehlen, verbringt mal einen abend hier. ihr werdet auch fürstlich bewirtet. in einer alten tramwartehäuschen erwartet man eine würstchenbude. in diesem fall wäre das ein krasser irrtum, obwohl ich in der tat wurst gegessen habe.


insel im verkehr (Bild: martinko)

wer sich entscheidet hier auf sein essen zu warten - das warten als ursprüngliche funktion des gebäudes wurde durch marco den pächter übernommen - kriegt viel originalität geboten. zunächst fällt einem auf, dass der pendler in der rushhour an einem regentag in diesem wartehäuschen nicht viel platz hatte. windete es, so zog es mächtig an die nieren. das war an unserem platz auch sehr authentisch. zudem kann ich mir kaum einen zweiten ort vorstellen, an dem man so nahe am stadtgewühl ist. der fussgängerstreifen ist keine 5 meter von unserem tisch entfernt, das tram ächzt alle paar minuten vorbei, und jedes mal wenn die autos bei grün losbrausen, habe ich das gefühl, dass eines dieser geschosse noch in meinem teller landen wird.

mein gefühl hat mich da zum glück an der nase herum geführt. die zweite auffälligkeit ist, dass es hier keine karte und auch keine tafel gibt. der arme garçon muss alles auswendig aufsagen. früher musste er nur erzählen was man auf dem markt eingekauft hat und der gast übernahm dann das kreieren des menüs.

exkurs:eine steigerung dieser art von gastronomie, wäre, wenn sich der gast dann eine schürze umbinden und selber an den herd treten würde. in mexikanischen restaurants gibt es eine ähnliche form der mitarbeit des gastes. statt die fajitas in der küche zu rollen, kriegt der gast die einzelteile und kann sie dann selber in die tortillas einrollen. wer aber meint, durch die übernahme von arbeit geld sparen zu können der hat sich geschnitten. da bleibt für einen rabatt wohl nur das legendäre abwaschen. ende exkurs.

aber das konzept scheiterte wohl an der mangelnden kulinarischen kreativität der gäste. also kriegt man das menü einfach geflüstert. man kann aber dann doch noch was anderes wünschen; zum beispiel einen gratin statt bratkartoffeln als beilage. das ist schon krass.

ich habe dann, obwohl ich begriffen habe, dass hier mehr als nur würstchen gebraten werden, eine wurst mit pizokel genommen, so wie es der garçon empfohlen hat, ohne meinen senf dazu zu geben. und es war sehr fein.
(martinko)

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Es hat bisher 2 kommentare zu diesem Beitrag.

13.09.2004

glessing

leider ist dieses restaurant seit dem artikel im tages-anzeiger nicht mehr zu empfehlen. siehe auch http://www.entecker.ch/241.html

 

10.08.2002

geiles photo!

 

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